Jubiläumsgrat Tag 2

Höllentalklettersteig

Aufbruch

Frühzeitig standen wir auf um nach einem stärkenden Frühstück unseren Weg zum Jubiläumsgrat Tag 2 fortzusetzen. Für den Zustieg zum Jubiläumsgrat wählten wir die Variante über den Höllentalklettersteig zur Zugspitze. Unsere Hoffnung war den Menschenmassen aus dem Weg gehen könnten. Es war schließlich Ferienzeit und die Wetterprognose für diesen Tag war mehr als gut. Das zeigte sich auch direkt am morgendlichen Bergpanorama das uns ein Alpenglühen vom schönsten darbot.

Die Tour gilt als leicht bis mäßig schwierig aber ist dafür sehr lang. Nach unseren vorherigen zahlreichen Recherchen zählt die Tour mit zu den beliebtesten Aufstiegen in den Alpen. Somit schaut es auch schon mal nach einer Karawane mit etlichen Menschen aus. Wir hatten Glück und genau die Wochenmitte getroffen, in der sich nicht so viele Leute auf den Weg zur Zugspitze über den Höllentalklettersteig begaben (zumindest nicht vor 6.30 Uhr).

Topo Klettersteig Höllental

Topo Klettersteig Höllental

(Quelle: Bergsteigen.com )

Leiter und Brett

Leiter
Leiter

Die Tour startete im Tal an der Nordflanke der Berge und zog sich in Serpentinen langsam die Felsen rauf. Schließlich gelangt man zur ersten leichten Klettersteigstelle, der sogenannten Leiter. Eine ganze Reihe von Bügeltritten die in den glatten Fels gehauen worden sind und somit eine „Leiter“ bilden. Auch hier waren es nur so wenige Menschen, dass wir direkt durchstarten konnten. Nicht lange nach der Leiter folgte  ein nächstes Highlight der Tour das sogenannte Brett.

Brett
Brett

Diese hatten wir uns ehrlich gesagt, laut unzähliger Beschreibung, spektakulärer vorgestellt. Nichtsdestotrotz kostet es den ein oder anderen Klettersteiggeher einiges an Überwindung die Stelle zu meistern. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine glatte Wand die geschätzte 60 – 80 Meter steil abfällt und über 20 Meter gequert werden muss. Auch hierzu wurden Eisenstifte in die Wand getrieben und ein Drahtseil gespannt um die Stelle kletter-technisch zu entschärfen.

Damit waren die ersten beiden viel zitierten Stellen gemeistert. Anschließend folgte oberhalb der Baumgrenze der sogenannte „grüne Buckel“. Dieser endete schließlich in einer mondartige Moränenlandschaft. Diese wurde vom  stark zurückgezogenen Höllentalferner geschaffen.
Der grüne Buckel und die Moränenlandschaft stellen bestimmt für den ein oder anderen landschaftliche Highlights dar. Wir fanden, dass sich die Tour in diesem Teil besonders im Moränenschotter sehr lange hinzooooog. Man hat den Gletscher praktisch direkt vor sich und fühlt sich wie auf einem Laufband. Der Gletscher näherte sich nur in einem allmählichen Schneckentempo.

Höllentalferner

Bei Kaiserwetter gelangten wir schließlich zum Höllental-Ferner. Zum Essen, Trinken und Steigeisen anschnallen machten wir es uns am Gletscherrand gemütlich. Wie wir es bereits vermutet hatten war der Gletscher ausgeapert. Somit war die Empfehlung den Gletscher nur mit Steigeisen zu betreten angebracht. Die kurze Etappe übers Eis führte uns zum eigentlichen Klettersteig. Das spannende an diesem kleinen Gletscher war nicht der Gletscher selber, sondern vielmehr die Art und Weise wie dieser begangen wurde. Eine kleine Gruppe ging ohne jegliche Steighilfen, was durchaus für Geübte machbar ist, diese Gruppe hätte jedoch fast mehrere Stürze provoziert. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es die erste Tour war für diese Gruppe. Ein anderes Paar bewältigte den Gletscher als Zweierseilschaft (auch zum ersten Mal und ohne jegliche Vorkenntnisse). Diese Gruppe kam schließlich mit aufgeschlagenem blutigen Arm nach einem Sturz am Einstieg zum Klettersteig an. Unfassbar.

Höllentalferner Aufstieg

Am neuen Einstieg konnte man den Gletscherschwund der letzten Jahre deutlich erkennen. Der alte Einstieg lag wesentlich höher und ist nur noch für Kletterer erreichbar.

Der Klettersteig selber liegt im niedrigen Schwierigkeitsgrad zwischen A und B, einzig allein der Einstieg stellt die „Schlüsselstelle“ dar.  Nicht der Schwierigkeitsgrad macht den Klettersteig zur Herausforderung, sondern vielmehr die Länge. Startet man von Hammersbach und möchte die Tour in einem durchgehen muss man knapp 2300 HM und ist schätzungsweise ca. 8 Stunden unterwegs. Da wir die gemütlichere Variante gewählt hatten mussten wir uns auch nicht sputen, sondern konnten diese fantastische Landschaft in vollen Zügen genießen. Die Bergstation am Zugspitzkreuz kam immer näher und nach etwa 4,5 Stunden kamen wir auf der Zugspitze an und waren GESCHOCKT.

Das Zugspitzplateau

Das Zugspitzplateau ist ein Touristenmagnet sondergleichen und das Gipfelkreuz war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr unser Ziel. Um dorthin zu gelangen hätte man sich mindestens 30 Minuten an eine nicht enden wollende Menschenschlange anstellen müssen.

Wer sich das Treiben auf der Zugspitze gerne mal anschauen möchte, dem empfehle ich die Panoramakamera der Zugspitze zu besuchen.
Besonders an Schönwetter-Tagen !!!

Das war keine Option für uns, da wir die Nacht im Münchener Haus verbrachten verlegten wir dieses Ziel auf den nächsten Morgen. Stattdessen nahmen wir Platz auf einen der Bierbänke am Münchener Haus. Genossen die Sonne und das bis dahin Geleistete bei dem einen oder anderen Getränk. Der Trubel auf dem Zugspitzplateau war für uns unfassbar. Wir amüsierten uns über die vielen FlipFlop Touristen denen man Ansehen konnte, dass die Zugspitze nur ein weiterer Haken auf Ihrer Sehenswürdigkeiten Liste war.

Nach dem Rummel

Nachdem die letzte Seilbahn wieder ins Tal zurückgekehrt war, trat endlich Ruhe nach dem Touristenrummel ein. Wir genossen die Ruhe und konnten schließlich auch unser Quartier im Münchener Haus beziehen. Beim Abendbrot saß man mit anderen Bergsteigern zusammen. Diese hatte man teilweise bereits auf dem Höllentalklettersteig kennengelernt. Leider fielen die Gespräche über den Jubiläumsgrat an diesem Abend nur einseitig aus. Da kein anderer an unserem Tisch den Jubiläumsgrat bestreiten wollte bzw. jemals bestritten hat. Auch an diesem Abend holte einen die Müdigkeit nach dem Essen schnell ein und schließlich fiel man todmüde in sein uriges Bett.

WELTENBUMMLER TIPPS:

  • wer durch die HÖLLENTALKLAMM auf die Zugspitze möchte, sollte sich vorher über die Gletscherverhältnisse informieren, bei ausgeaperten Gletscher sind auch bei dem kurzen vergeltscherten Stück STEIGEISEN zu empfehlen.
  • für den Klettersteig selber ist eine komplette Klettersteigausrüstung (Helm, Gurt, Klettersteig-Set) angebracht. Hierbei empfehle ich das Klettersteig-Set CABLE COMFORT 5.0 von EDELRID.
  • auch das Schuhwerk sollte der KATEGORIE B/C oder C entsprechen
  • wer mehr auf Naturprodukte bei HÜTTENSCHLAFSÄCKE steht dem empfehle ich allein schon wegen des Packmaßes einen SEIDENSCHLAFSACK.

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